PV-Förderung: Was sich ab 2027 ändern soll – und was Sie jetzt wissen sollten
Erstellt am 24.08.2026
Die Photovoltaik-Förderung in Österreich soll ab 2027 neu ausgerichtet werden. Nach den bisher veröffentlichten Plänen soll die maximal mögliche Förderintensität sinken. Gleichzeitig sollen Batteriespeicher, Netzdienlichkeit und europäische Wertschöpfung stärker berücksichtigt werden.

Noch sind allerdings keine Details beschlossen. Welche Fördersätze und Voraussetzungen 2027 tatsächlich gelten werden, steht erst mit der endgültigen Ausgestaltung fest.
2026 gibt es noch einen letzten Fördercall nach dem bisherigen System. Was dafür gilt, und weshalb Photovoltaik auch ohne Zuschuss wirtschaftlich interessant sein kann, erklären wir in diesem Beitrag.
Warum wird die PV-Förderung ab 2027 neu ausgerichtet?
Photovoltaik ist in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden und wird in Österreich stark ausgebaut. Die Förderbudgets stoßen angesichts der hohen Nachfrage an ihre Grenzen.
Mit dem Ausbau von PV-Anlagen verändern sich auch die Anforderungen an das Stromnetz: Besonders zu sonnenreichen Zeiten wird viel PV-Strom produziert. Wird dieser weder direkt verbraucht noch gespeichert, gelangt er ins öffentliche Netz. Deshalb wird zunehmend wichtig, wann und wie der erzeugte PV-Strom genutzt oder eingespeist wird.
Genau hier soll die neue Förderlogik ansetzen. Künftig soll nicht mehr ausschließlich zusätzliche Erzeugungsleistung im Mittelpunkt stehen, sondern stärker das Zusammenspiel aus Erzeugung, Eigenverbrauch, Speicherung und Netz.
PV-Förderung 2027: Was ist bisher geplant?
Die bisher veröffentlichten Eckpunkte zeigen bereits, in welche Richtung es gehen soll.
- Geringere maximale Förderintensität
Die gesetzlich mögliche Förderintensität für Photovoltaik soll von derzeit bis zu 30 Prozent auf maximal 20 Prozent der förderbaren Investitionskosten sinken. Die tatsächliche Förderhöhe soll per Verordnung auch deutlich darunter festgelegt werden können. - Speicher und Netzdienlichkeit werden wichtiger
Batteriespeicher sollen in der zukünftigen Förderlogik stärker berücksichtigt werden. Sie können den Eigenverbrauch erhöhen und – bei entsprechender Betriebsweise – Einspeisespitzen reduzieren. - Stärkerer Fokus auf europäische Komponenten
„Made in Europe“ spielt bereits im bestehenden Fördersystem eine Rolle: Für förderfähige europäische Komponenten kann derzeit ein zusätzlicher Bonus gewährt werden. Für 2027 ist angekündigt, diesen Ansatz weiter zu verschärfen. Bei Wechselrichtern ist nach aktuellem Planungsstand eine Made-in-Europe-Pflicht vorgesehen.
Die genaue Ausgestaltung bleibt abzuwarten. Auch das Vergabeverfahren könnte sich mit der neuen Förderlogik verändern. Wie Förderanträge für kleine PV-Anlagen ab 2027 gereiht werden und ob das bisherige Prinzip der zeitlichen Antragstellung bestehen bleibt, ist derzeit noch offen.
Unterm Strich ist die Richtung aber erkennbar: Eine generelle Verbesserung der Förderung für klassische private PV-Anlagen zeichnet sich derzeit nicht ab. Die Förderung soll vielmehr gezielter eingesetzt werden.
Letzter PV-Fördercall nach dem bisherigen System
2026 gibt es noch eine Möglichkeit zur Einreichung nach dem bisherigen System: Der dritte und letzte PV-Fördercall läuft nach aktuellem Förderkalender ab 8. Oktober 2026, 17:00 Uhr bis 22. Oktober 2026, 23:59 Uhr.
Für private Anlagen sind vor allem folgende Fördersätze relevant:
PV bis 10 kWp: 150 €/kWp
PV > 10 bis 20 kWp: 140 €/kWp
Batteriespeicher in Verbindung mit PV: 150 €/kWh
Wer eine Förderung beantragen möchte, sollte allerdings berücksichtigen, dass die verfügbaren Mittel die Nachfrage zuletzt bei Weitem nicht abdecken konnten. Beim letzten Fördercall gingen knapp 28.000 Anträge ein, gefördert werden konnten davon nur rund 3.000 Anträge.

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Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage auch ohne Förderung?
Ja, das kann sie – sofern Anlage, Investitionskosten und Stromverbrauch zusammenpassen.
Ein wichtiger Grund dafür sind die deutlich gesunkenen Preise bei gleichzeitig gestiegener Leistung von Photovoltaik-Modulen. Laut IRENA sanken die Preise der dort als ‚Mainstream‘ bezeichneten PV-Module in Europa zwischen 2020 und 2024 um 51,3 Prozent.
Gleichzeitig haben sich Leistung und Wirkungsgrad moderner Module weiterentwickelt: Auf derselben Dachfläche lässt sich heute in der Regel mehr PV-Leistung installieren als noch vor einigen Jahren.
Der Preisrückgang bei den Modulen lässt sich zwar nicht eins zu eins auf die Kosten einer komplett installierten PV-Anlage übertragen. Zusammen mit der höheren Modulleistung trägt er aber dazu bei, dass Photovoltaik heute auch ohne Förderung wirtschaftlich interessant sein kann.
Ob sich eine Anlage rechnet, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Investitionskosten
- Dachfläche, Ausrichtung und Verschattung
- Stromertrag
- Stromverbrauch und Eigenverbrauch
- Strombezugskosten
- Einspeiseerlöse
- Finanzierung
- Gegebenenfalls Kosten und Nutzung des Batteriespeichers
Entscheidend ist, ob die Investitionskosten auch ohne Zuschuss in einem sinnvollen Verhältnis zu den erwarteten Einsparungen beim Strombezug und den Erlösen aus der Einspeisung stehen. Eine Förderung kann die Wirtschaftlichkeit zusätzlich verbessern, sollte aber nicht der ausschlaggebende Grund für die Investition in eine PV-Anlage sein.
Ein Batteriespeicher ermöglicht es, mehr vom eigenen PV-Strom selbst zu nutzen, erhöht aber gleichzeitig die Anschaffungskosten. Entscheidend ist deshalb, dass seine Größe zum Stromverbrauch und zur PV-Anlage passt.
Sollte man mit der PV-Anlage bis 2027 warten?
Beim kommenden Fördercall im Oktober 2026 rechnen wir erneut mit deutlich mehr Förderanträgen als verfügbaren Fördermitteln.
Allein wegen der Hoffnung auf eine höhere Förderung spricht nach dem derzeit bekannten Stand wenig für ein Warten auf 2027. Die geplante Reform deutet eher auf gezieltere Förderbedingungen und eine niedrigere maximal mögliche Förderintensität hin.
Auf die richtige Planung kommt es an
Eine sinnvolle PV-Investition sollte nicht allein von einer Förderung abhängig gemacht werden. Eine gut geplante und passend dimensionierte Photovoltaikanlage kann sich auch ohne Zuschuss wirtschaftlich rechnen.
Gerne prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, welche PV-Leistung und gegebenenfalls welche Speichergröße zu Ihrem Gebäude und Ihrem Stromverbrauch passen. So entsteht eine individuelle Lösung, deren Wirtschaftlichkeit nicht von einer möglichen Förderzusage abhängt.