Neue Förderung: Intelligentes Energiemanagement
Erstellt am 10.07.2026
Bis zu 600 € für Haushalte und bis zu 20.000 € für Unternehmen.
Mit der steigenden Zahl an Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Batteriespeichern und Wallboxen wächst auch die Bedeutung einer intelligenten Energiesteuerung. Denn erst wenn diese Komponenten sinnvoll zusammenarbeiten, lässt sich selbst erzeugte Energie bestmöglich nutzen.

Genau hier setzt die neue Bundesförderung „Energiemanagement – Flexibilisierung im Verteilnetz“ an. Seit Juni 2026 erhalten private Haushalte bis zu 600 € Förderung. Unternehmen, Gemeinden und Vereine können je Standort bis zu 20.000 € erhalten.
Ziel der Förderung ist es, erneuerbare Energie effizienter zu nutzen, Energiekosten zu senken und gleichzeitig die Stromnetze zu entlasten. Entscheidend dabei ist nicht die Erzeugung von Strom, sondern vor allem die intelligente Nutzung.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie die Förderung beantragen können und welche Voraussetzungen gelten.
💡 Kurz erklärt: Was ist ein EMS?
Ein Energiemanagementsystem (EMS) sorgt dafür, dass vorhandene Komponenten möglichst sinnvoll zusammenarbeiten und ihr Potenzial bestmöglich ausgeschöpft wird.
Ein Energiemanagementsystem kann unter anderem:
- Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox intelligent miteinander vernetzen,
- den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom verbessern,
- Verbraucher automatisch steuern,
- auf dynamische Stromtarife reagieren,
- Energieflüsse transparent visualisieren und
- die vorhandene Netzinfrastruktur effizienter nutzen.
Warum intelligente Energiemanagementsysteme sinnvoll sind
Für die Energiewende ist es nicht nur entscheidend erneuerbare Energien auszubauen, sondern dafür zu sorgen, dass diese Energie auch optimal genutzt wird. Genau hier setzt das neue Förderprogramm an.
Ein Energiemanagement verbessert nicht nur den Eigenverbrauch, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag für das gesamte Energiesystem. Wenn Stromverbraucher und Stromspeicher flexibel an die Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie angepasst werden, reduzieren sich Lastspitzen und die Netzkapazitäten können effizienter genutzt werden.
Neue Bundesförderung unterstützt intelligente Energiesteuerung
Für dieses Förderprogramm stehen insgesamt 4,9 Millionen Euro zur Verfügung. Die Einreichung ist seit 23. Juni 2026 möglich und läuft bis 15. April 2027 12:00 Uhr, solange Fördermittel verfügbar sind.
Auch die Nachrüstung eines Energiemanagementsystems für bereits bestehende Anlagenkomponenten ist möglich.
Förderung für private Haushalte
Gefördert werden 50 % der förderfähigen Kosten, bis maximal 600 €.
Zusätzlich können private Haushalte eine einmalige Bonuszahlung von 100 Euro erhalten, wenn sie freiwillig an der Begleitforschung teilnehmen und für diese ausgewählt werden.
Förderung für Unternehmen, Gemeinden und Vereine
Auch Betriebe, Gemeinden, sonstige unternehmerisch tätige Organisationen sowie Vereine mit Netzanschluss auf Netzebene 6 oder 7 können die Förderung beantragen. Voraussetzung dafür ist eine Standortanalyse.
Bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie Gemeinden werden bis zu 30 % der förderfähigen Investitionskosten gefördert, bei Großunternehmen bis zu 20 %. maximal werden 20.000 Euro pro Standort gefördert.
Betriebe, die für eine Begleitforschung ausgewählt werden, bekommen zusätzlich einen Bonus in Höhe von 1.000 Euro.

Welche Energiemanagementsysteme werden gefördert?
Nicht jedes System zur Steuerung einer Photovoltaikanlage erfüllt automatisch die Voraussetzungen der Förderung. Gefördert werden ausschließlich kommunikationsfähige und automatisierte Energiemanagementsysteme, die mindestens zwei Komponenten intelligent miteinander vernetzen:
- Photovoltaikanlage
- Batteriespeicher
- Ladestelle für E-Autos/Wallbox
- Wärmepumpe
Viele Eigentümer:innen gehen davon aus, dass bereits die Steuerung eines Batteriespeichers oder die Eigenverbrauchsoptimierung eines Wechselrichters ausreicht. Genau hier setzt das Förderprogramm jedoch eine klare Grenze.
Gefördert werden keine Systeme, die ausschließlich der Eigenverbrauchsoptimierung dienen. Ziel der Förderung ist vielmehr eine intelligente Steuerung, die sowohl den Energiebedarf des Gebäudes als auch die Anforderungen des Stromnetzes berücksichtigt.
Das Energiemanagementsystem muss deshalb folgenden Mindestumfang erfüllen:
- Aktive Steuerung von Geräten
- Verarbeitung von zeitvariablen und/oder dynamischen Strompreise und/oder Netztarifen
- Messung von Bezug und Einspeisung am Netzanschluss
- Lastmanagement: Fähigkeit zur Verarbeitung von Leistungsvorgaben (Begrenzung der Bezugs- und ggf. Einspeiseleistung)
Ein weiterer wichtiger Punkt: Die eigentliche Steuerung muss lokal am Anlagenstandort erfolgen. Reine Cloud-Lösungen, die ohne Internetverbindung nicht funktionsfähig sind, erfüllen die Fördervoraussetzungen nicht.

M-TEC Energy Hero - die Energielösung
Der Energy Hero vereint Funktionen eines Energiezählers und eines Energiemanagements.
Er erfasst, analysiert und steuert alle relevanten Energieflüsse eines Gebäude und verbindet Photovoltaik, Speicher, Wärmeerzeugung und Ladeinfrastruktur zu einem stimmigen Gesamtkonzept.
Ausgezeichnet mit dem Energie Genie 2025.
Welche Kosten sind förderfähig?
Gefördert werden unter anderem:
- die Steuerungseinheit des Energiemanagementsystems,
- Mess-, Kommunikations- und Steuerungstechnik,
- Installation,
- Konfiguration,
- Inbetriebnahme,
- sowie – bei Unternehmen, Gemeinden und Organisationen – begleitende Beratungsleistungen.
Welche Voraussetzungen gelten?
Fördernehmer:innen verpflichten sich, das Energiemanagementsystem nach Auszahlung der Förderung mindestens fünf Jahre entsprechend den Förderbedingungen zu betreiben.
Dabei ist eine der vorgesehenen Optionen zur Unterstützung des Energiesystems zu wählen:
- dynamischer Einspeisevertrag
- dynamischer Stromliefervertrag
- Vertrag mit einem Flexibilitätsdienstleister
- flexibler Netzzugang
- regelbarer Netztarif
- dynamische Einspeisung/Bezug bei Teilnahme an lokalen beziehungsweise regionalen Energiegemeinschaften.
Innerhalb des fünfjährigen Betriebes ist ein Wechsel der gewählten Option möglich und der Abwicklungsstelle bekannt zu geben.
Schritt für Schritt zur Förderung
Die Antragstellung erfolgt in mehreren Schritten.
- Projekt online registrieren (Privatperson, Betrieb/Gemeinde/Verein)
- Installation durch einen befugten Fachbetrieb
- Inbetriebnahme und Abrechnung
- Förderantrag einreichen
- Prüfung und Auszahlung
Wichtig: Die Registrierung muss vor der Verrechnung der Leistungen erfolgen. Nach der Registrierung bleiben sechs Monate Zeit, um das Projekt umzusetzen und den Förderantrag einzureichen.
Unternehmer haben nach der Fertigstellung weitere drei Monate für die Bereitstellung der Endabrechnungsunterlagen zur Verfügung.
Kombination mit anderen Förderungen
Eine Doppelförderung ist unzulässig. Wenn für die Errichtung von PV-Anlagen/Wechselrichtern, elektrischen Energiespeichern oder sonstigen Anlagen, die Komponenten eines Energiemanagementsystems integriert haben, bereits mit einer Bundes-, Landes- oder Gemeindeförderung unterstützt wurden, sind nur die explizit angeführten Mehrkosten für die Installation, Konfiguration und Inbetriebnahme förderungsfähig.
Webinar informiert über das Förderprogramm
Wer sich vor der Antragstellung genauer informieren möchte, hat am 23. Juli 2026 bei einem Webinar des Klima- und Energiefonds die Möglichkeit offene Fragen zu klären. Der Schwerpunkt liegt dabei beim Mindestfunktionsumfang sowie der Verpflichtung zur Erreichung positiver Effekte.
Weitere Infos zu dieser Förderung
Sie planen Photovoltaik, Wärmepumpe, Batteriespeicher oder Wallbox?
Ein Energiemanagementsystem entfaltet seinen größten Nutzen dann, wenn alle Komponenten von Anfang an sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Gerade bei Neubauten oder umfassenden Modernisierungen lohnt sich deshalb eine ganzheitliche Planung.
Wir beraten Sie gerne, welche Lösung zu Ihrem Gebäude und Ihren Anforderungen passt, prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sind und unterstützen Sie dabei.
Wichtiger Impuls
Mit dem neuen Förderprogramm setzt Österreich einen wichtigen Impuls für die intelligente Nutzung erneuerbarer Energien. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Erzeugung von Strom, sondern dessen bedarfsgerechte und automatisierte Nutzung.
Für private Haushalte, Unternehmen und Gemeinden bietet die Förderung einen finanziellen Anreiz, Energiesysteme besser miteinander zu vernetzen und die vorhandene Netzinfrastruktur effizienter zu nutzen.
Wer ohnehin die Anschaffung oder Erweiterung einer Photovoltaikanlage, eines Batteriespeichers, einer Wärmepumpe oder einer Wallbox plant, sollte daher frühzeitig prüfen, wie sich ein förderfähiges Energiemanagementsystem sinnvoll integrieren lässt.