Welche Dachform passt zu meinen Ansprüchen?

Erstellt am 26.02.2018

Das Dach ist weit mehr als nur Witterungsschutz. Es prägt den Charakter eines Hauses entscheidend. Gleichzeitig beeinflusst es auch die Nutzungsmöglichkeiten im Innenraum, die Baukosten und die Energieeffizienz. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen.

Dachformen und deren Unterschiede
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Dachformen es gibt, worin sie sich unterscheiden und welche Kriterien bei der Auswahl entscheidend sind.

Welche Dachformen gibt es?

Sofern es von der Gemeinde oder dem Bebauungsplan keine Einschränkungen gibt, steht Ihnen eine breite Auswahl an Dachformen und Variationen offen – von klassisch bis modern, funktional oder gestalterisch anspruchsvoll.
Hier ein Überblick über die gängigsten Dachformen:

verschiedene Dachformen im Überblick
Quelle: www.11880-dachdecker.com – ein Service der 11880 Internet Services AG

Welche Dach­form ist besonders energie­sparend?

Bei der Auswahl der Dachform sollte die Energie­effizienz mitgedacht werden. Dachform und Wärme­dämmung haben einen entscheidenden Einfluss auf die energetische Gesamt­bilanz eines Gebäudes.

Grund­sätzlich gilt: Dächer mit kleiner Außen­fläche, haben die geringsten Wärmeverluste und lassen sich leichter dämmen. Besonders energie­effizient sind daher Flach- und Pult­dächer.

Welche Dach­form bietet den größten Raum­gewinn?

Die Dachform hat auch einen maßgeblichen Einfluss, wieviel zusätzlicher Raum im Ober­geschoss entsteht. Sei es als Wohn­raum, Stauraum oder für eine spätere Nutzung.

  • Mansarden­dach bietet besonders viel Platz und ist daher gut geeignet für einen vollwertigen Dach­ausbau mit großzügiger Wohn­fläche geeignet.
  • Sattel­dächer sind für einen Ausbau gut geeignet. Je höher der Knie­stock ist, desto mehr Wohn­raum steht zur Verfügung.
  • Flachdächer mit möglichst geringem Gefälle bietet eine zusätzliche Nutz­fläche auf dem Dach selbst. Eine Dach­terrasse steigert den Wohn­komfort und den Immobilien­wert.

Ist ein Dachvorsprung sinnvoll?

Ein Dachvorsprung ist durch den Dachkasten mit zusätzlichen Kosten verbunden, bietet aber entscheidende Vorteile, die sich langfristig auszahlen:

  • Witterungsschutz
    Der Dachvorsprung schützt die Fassade vor Regen und Hagel, die Bausubstanz wird geschützt.
  • Komfortgewinn
    Durch den Dachvorsprung ist der Eingangs­bereich vor Nieder­schlägen geschützter.
  • Kühlender Effekt durch Beschattung
    Ein gut geplanter Dachvor­sprung trägt im Sommer zur Kühlung des Gebäudes bei. Die direkte Sonnen­einstrahlung reduziert sich, wodurch die Temperatur im Haus kühler bleibt.
    Im Winter steht die Sonne tiefer. Somit gelangt das Licht auch bei einem Dachvor­sprung ins Haus.

Worauf ist bei Photovoltaik-Anlagen zu achten?

Grundsätzlich ist jeder Dach­form und Eindeckung für PV-Anlagen geeignet. Wird die Photo­voltaik-Anlage bereits bei der Planung berücksichtigt, lässt sich allerdings ohne Mehr­aufwand ein höherer Eigen­ver­brauch realisieren.

Wichtige Voraussetzungen für eine effiziente PV-Nutzung sind:

  • Wenig Schatten­bildner
    Dachflächen sollten möglichst frei von Verschattung sein. Gaupen, SAT-Anlagen oder Kamine senken den Ertrag.
  • Walmdach gut geeignet
    Für einen möglichst hohen Eigen­ver­brauch ist das Walm­dach gut geeignet. Es stehen drei Dach­seiten zur Verfügung und ist somit ideal für die Verteilung des Ertrages über den ganzen Tag. Ein hoher Wirkungs­grad wird bei einer Neigung zwischen 20 und 25 Grad erreicht.
  • Vorbereitungs­maßnahmen durch Dach­decker/Spengler
    Eine frühe Abstimmung mit dem Dach­decker oder Spengler ist bei Neu­bauten empfehlens­wert. So können gleich Vorbereitungs­maßnahmen getroffen werden, wie zB Dach­hacken setzen oder das Blech­dach öfters anheften.
  • Leer­verrohrungen vom Dach zum E-Verteiler
    Leerverrohrungen erleichtern spätere Elektro­installationen erheblich.
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Gibt es Unterschiede bei Wartung und Instandhaltung?

Unabhängig von der Dach­form gilt: Jedes Dach sollte regelmäßig von einer Fach­kraft gewartet werden. Witterungs­einflüsse, Stürme, Korrosion, Silvester­raketen oder Vogel­kot können das Dach beschädigen.

Satteldächer und Walm­dächer sind sehr robust. Sie sind witterungs­beständig und wenig anfällig für Dach­schäden. Die Instand­haltungskosten sind daher gering.
Flach­dächer sind am wartungs­intensivsten. Sie benötigen eine regel­mäßige Inspektion und Reinigung.

Wie unterscheiden sich die Anschaffungs­kosten?

Die Wahl der Dach­form beeinflusst auch die Bau­kosten ganz wesentlich. Je nach Konstruktion, Material­aufwand und bautechnische Komplexität ergeben sich teils deutliche Preis­unterschiede.

Flachdach – die günstigste Lösung
Flachdächer haben eine einfache Konstruktion und einen geringen Material­einsatz. Allerdings sind die Instand­haltungs­kosten höher als bei den anderen Dach­formen.

Pult- und Satteldach – solide Mittelklasse
Pult- und Satteldächer haben eine einfachere Konstruktion und sind dadurch relativ kosten­günstig.

Walmdach – stabil, aber teurer
Walmdächer gehören zu den teuersten Dach­formen. Sie sind jedoch besonders robust und weisen eine hohe Stabilität auf.

Mansardendach – aufwendig, maximaler Raum­gewinn
Das Mansardendach hat die aufwendigste Konstruktion, was mit sehr hohen Kosten verbunden ist.

Fazit:

Die optimale Dachform ist eine Frage der eigenen Anforderungen


Die Wahl der passenden Dachform ist eine individuelle Entscheidung, bei der mehrere Faktoren sorgfältig abgewogen werden sollten:

  • Gestalterische Ansprüche – das Dach prägt den Charakter des Hauses
  • Zusätzliche Wohn- oder Nutzfläche
  • Energieeffizienz und Wärmedämmung
  • Anschaffungskosten
  • Wartungs- und Instandhaltungsaufwand


Wird die Entscheidung rein wirtschaftlich getroffen, bieten sich vor allem das Flach- oder Pultdach an. Sie überzeugen durch niedrige Investitionskosten, eine hohe Energieeffizienz und gute Voraussetzungen für Photovoltaik und Wohnraumnutzung.

 
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